wXw Shortcut to the Top 2021

Ort: Oberhausen
Datum: 30.07.2021
Location: Steffys (Im Lipperfeld 23, 46047 Oberhausen)

Auch im zweiten Taping Set haben wir 50 Wrestler und Teammitglieder freigetestet nach Oberhausen geholt und dann für eine knappe Woche in einer "Blase" zwischen Hotel und Set isoliert. In dieser Zeit haben wir 10 Veranstaltungen mit einer im fertigen Produkt Spieldauer von ca. zwei Stunden pro Event durchgeführt und können euch somit weiterhin mit frischem wXw Content versorgen.

wXw Shortcut to the Top 2021 auf wXwNOW:

Ergebnisse:

1. wXw World Tag Team Championship: Arrows of Hungary (Dover & Icarus) d. Team wXw Wrestling Academy (Anil Marik & Robert Dreissker) (c) in 12'28'' via Pinfall von Icarus an Anil Marik nach dem Crossfire. Titelwechsel!

2. wXw Unified World Wrestling Championship Submission Match (3 Rope Breaks für jeden): Marius Al-Ani (c) d. Tristan Archer in 16'24'' via Submission im Ankle Lock.

3. wXw Shortcut to the Top Match: Jurn Simmons gewinnt mit der Startnummer 18.
Teilnehmer: Bobby Gunns, Levaniel, Peter Tihanyi, Fast Time Moodo, Leon van Gasteren, Aigle Blanc, Tim Stübing, Tristan Archer, Iva Kolasky, Tayra Gates, Dennis "Cash" Dullnig, Nicky Foxley, Vincent Heisenberg, Feyyaz Aguila, Nikita Charisma, Michael Schenkenberg, Robert Dreissker, Paris, Dover, Timo Theiss, Mike Schwarz, Gulyas Jr., Alpha Kevin, Icarus, Ahura, Senza Volto, Norman Harras, Ender Kara, Michael Knight.

 

Der Report

Abgehärtet, abgeklopft, abgekürzt

30. Juli 2021
Oberhausen
Kommentatoren: Christian Bischof, Andy Jackson

Wie gelangt man an die Spitze der wXw? Unsere Geschichte hat bewiesen, dass es eine Menge Möglichkeiten gibt. Eine schlagkräftige Gruppierung im Rücken vielleicht? Ansonsten sind Talent, Sportlichkeit und Showmanship Bestandteile eines Skillsets, mit dem Titel errungen werden – doch auch Skrupellosigkeit, ein Mangel an Mitgefühl und schmutzige Tricks führen immer wieder zu Erfolgen für die Ewigkeit. Ob im Licht oder Schatten: Beiden Wegen ist gemein, dass sie in der Regel nicht über Nacht zum Ziel führen; oft erfordern sie die monatelange Hingabe beharrlicher Athleten. Doch wo Regeln sind, ist die Ausnahme meist nicht fern...

Bei uns fällt diese Ausnahme verdächtig oft mit wXw Shortcut to the Top zusammen, wo ein einziges Match eine ganze Karriere aufs nächste Level hievt. Der Haken: Gleich 30 Personen sind in den chronisch chaotischen Main Event involviert, bei dem Kontrahenten lediglich durch eine Beförderung über das oberste Ringseil aus dem Weg geräumt werden können. Wer übrig bleibt, wird mit einem Titleshot bei wXw 20th Anniversary (07. August live in Oberhausen / ab 20. August auf www.wXwNOW.com) belohnt!     

Im Fokus des gebührend epischen Intro-Videos steht Bobby Gunns, der unser namensgebendes Hauptmatch von erster Position an bestreiten muss. Nichtsdestotrotz ist er überzeugt, seinen Sieg von 2018 wiederholen zu können.

Der fein rausgeputzte Dan Mallmann bittet die wXw World Tag Team Champions im Backstagebereich zu Wort. Robert Dreissker erkennt die Arrows of Hungary als ernste Herausforderer an, die sich in den letzten Wochen bewiesen haben – er verweist allerdings auch auf den erst wenige Wochen zurückliegenden Sieg der amtierenden Titelträger über die Ungarn, die heute ihren insgesamt bereits siebten Shot auf das Duo-Gold einlösen. Endlich erfolgreich? 

wXw World Tag Team Championship Match
Wrestling Academy (c) vs. Arrows of Hungary 

Gemächlicher Anfang zwischen Anil Marik und Icarus... bis sich Robert Dreissker nach wenigen Sekunden selbst eintaggt, um Icarus per Avalanche die Luft aus den Lungen zu pressen, ihn per Fallaway Slam quer durch den Ring zu befördern und vom zweiten Seil die vernichtende DRSSKR Bomb über ihm abzuwerfen! Marik gelingt es nicht, Dover vom Pinabbruch abzuhalten; Dreissker wiederholt seinen Finisher kurzerhand, doch diesmal zieht Dover seinen Partner geistesgegenwärtig nach draußen. Während Dreissker eine Bruchlandung hinlegt, fliegt sein Co-Champ längst per Flying Cross Body vom Apron auf der Arrows of Hungary – was für ein Auftakt!

Vom Splash über den Samoan Drop bis hin zum Dreissker-assisted Moonsault von Marik scheint es fast so, als habe Icarus jede Wehrhaftigkeit verloren. Ein wuchtiger Suplex des Ungarn beweist nicht nur vorhandenen Kampfeswillen, er ermöglicht auch den rettenden Wechsel mit seinem Powerhouse-Partner. Dovers beeindruckender Einstand verschafft den Arrows etwas Atempause, hält aber zu kurz an: Das Selbstbewusstsein der Champions ist so groß, dass Anil Marik den deutlich kräftigeren Dover mit einem Headlock am Boden hält und Dreissker heute tief in seine Trickkiste greift, immerhin packt der Coach der wXw Wrestling Academy Aktionen wie den Sunset Flip oder einen beängstigend hohen Pumphandle Slam nicht alle Tage aus.

Was Icarus bislang an wirksamer Offensive mangeln mag, macht er durch seinen Kickout nach der Codebreaker / Boulder Dash-Kombination in Form von ungeahnter Nehmerqualität wieder wett. Es wirkt, als wäre er selbst schockiert! Mithilfe von Dover schafft er es nur Momente später aufs Turnbuckle und zeigt die Swanton Bomb gegen den Coach; ein spektakuläres Manöver reiht sich in diesem atemlos geführten Match ans nächste. Während diese Zeile entsteht, bestrafen die Arrows Anil Marik mit einem Inverted Piledriver samt gleichzeitigem Kick in den Rücken – noch Fragen?

Tatsächlich biegen die Ungarn dadurch auf die zwischendurch aus den Augen verloren geglaubte Titelstraße ein: Dreissker eilt seinem Partner durch die Seile zur Hilfe und wird mit einem doppeltem Kniestoß an den Rand der Bewusstlosigkeit befördert, wodurch Anil Marik dem gefürchteten Crossfire schutzlos ausgeliefert ist. Der heroische Marquee-Event-Kickout bleibt aus, Referee Rainer Ringer zählt glatt durch – seventh time's the charm! 

Sieger und NEUE wXw World Tag Team Champions: Icarus und Dover, die Arrows of Hungary (via Pinfall nach 12:28 Minuten)

Icarus und Dover schreien ihre Freude raus und tragen Tränen der Erleichterung in den Augen. In einem Match, das eigentlich keinen Verlierer verdient, feiern die ausdauernden Ungarn den wohl größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Andy Jackson gegenüber gibt Dover zu, dass Robert Dreissker im Recht war, dass ihnen wirklich etwas fehlte – und mit Blick auf den Titelgürtel auf seiner Schulter gibt er zu verstehen, dass dem nun nicht mehr so ist. Danke, Robert!

Statements zum Shortcut-Match: Bobby Gunns will sich sein Baby trotz undankbarer Startposition zurückholen, während Rott & Flott den ersten Teamsieg einfahren möchten. Wenn sie alle 28 anderen eliminieren und zu zweit im Ring bleiben... was wolle die wXw da schon machen? Gulyas Junior fühlt sich durch das „Alle gegen alle“-Prinzip ans Leben auf dem Dorf erinnert und entsprechend im Vorteil. Senza Volto will seinem Ruf als Frenchador auf höchstem Level gerecht werden, Prince Ahura hingegen vermisst gefährliche Konkurrenz und verweist auf seine hervorragende Siegquote in persönlichen Premieren.

Fast Time Moodo malt Luftschlösser rund um einen möglichen Titelgewinn und eine Rückkehr von Stephanie Maze, die mit entsprechendem Goldschmuck umso fulminanter wäre. Beachtlich, wie jemand gleichzeitig a) so viel von einer lange abwesenden Person reden und b) so wenig Verständnis für Dennis Dullnig aufbringen kann! Peter Tihanyi sieht sich körperlich wie mental bestens vorbereitet, um endlich sein erstes Ausrufezeichen bei der wXw zu setzen.

Trailer für das Submission Match um die wXw Unified World Wrestling Championship, das ausschließlich durch Aufgabe entschieden werden kann. Sowohl dem Verteidiger Marius Al-Ani als auch Herausforderer Tristan Archer stehen dabei lediglich drei Rope Breaks zur Verfügung.

wXw Unified World Wrestling Championship – Submission Match
Marius Al-Ani (c) vs. Tristan Archer

Ein anfänglicher Lockup dient uns zur Veranschaulichung des heutigen Regelwerks: Tristan Archer drückt Marius Al-Ani stehend in die Seile, bis Referee Tassilo Jung die beiden Erzfeinde voneinander trennt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Rope Break – ein solcher wird erst beansprucht, wenn man sich aus einem Aufgabehold mit Hand oder Fuß in die roten Ringseile rettet.

Der Fokus ist also klar: Beide bearbeiten sich vermehrt mit Stipulation-gerechten Manövern, wobei Archer und Al-Ani besonders ihre Beine in Mitleidenschaft ziehen. Durch geschickte Verlagerung versuchen sie gegenseitig, den erlösenden Griff in die Seile so verlockend wie möglich für ihren Gegner erscheinen zu lassen, doch keiner möchte so früh im Match seine Joker verspielen.

Durch seinen MMA-Background und die daraus resultierende Tiefe seines Movesets verschafft sich Al-Ani leichte Vorteile; per Kimura und Armbar beweist er, dass er Archer obenrum ebenso jederzeit zum Abklopfen zwingen könnte. Auch seine längst von der French Revolution ausgeguckte Kipup-Attacke hat der Champ erweitert, um seinen Herausforderer doch noch mit einem wirksamen Kick zu erwischen. Ein hartnäckiger Rear Naked Choke wird schließlich belohnt; Archer stürzt sich mit den Armen in die Seile und gibt seinen ersten Rope Break her. Erst mit einer Jawbreaker-Variante schüttelt er Al-Ani ab und bringt ihn mit einer Reise durch das Camel Clutch-Lexikon dazu, für Egalité in Sachen Rope Break zu sorgen. 

… die nur kurz währt, da Archer nach einem kreativen Hold von Al-Ani alternativlos ist. Der Champ gönnt ihm mit dem Ankle Lock keine Ruhepause, doch Archer rettet sich nicht etwa ins Seil, sondern ohne Berührung der Ropes nach draußen – wo Al-Ani den Griff regelkonform halten und der French Revolution dadurch schwer zusetzen darf. Ein Wurf gegen den Ringpfosten hält Archer im Rennen, doch beide Widersacher sind wacklig auf den Beinen. Al-Ani bearbeitet Archers lädiertes Knie mit eiskalter Präzision und leert dessen Rettungskonto damit vollständig!

Ab jetzt muss Not erfinderisch machen: Der Griff ins Seil im Ankle Lock bringt Archer nichts, weshalb er Al-Ani mit Schwung durch die Seile schleudert und erneut mit dem Ringpfosten vertraut macht. Ein Chokehold kostet Al-Ani seinen vorletzten „Punkt“, ehe es nach einem Triangle Choke durch Archer auf einmal ums Ganze geht – ab jetzt sind Rope Breaks wert- und bedeutungslos, es gibt nur die Rettung aus komplett eigener Kraft oder die Niederlage durch Aufgabe. 

Die French Revolution weiß, worum es geht und zeigt den Decapité unter größten Schmerzen für das eigene Knie. Zuviel des Guten? Mit einem Kick gegen Archers mutmaßlich mittelschwer verletztes Standbein bringt Marius Al-Ani seinen wochenlangen Verfolger in Bodenlage, nimmt ihn in den Ankle Lock und zieht seinen Finisher an, als würde sein Titel davon abhängen. Archer umklammert das Seil, hat in dieser Position jedoch keine Chance gegen den absurd verbissenen Champ – drei Klopfer auf die Matte senken die drapeau tricolore auf Halbmast, Archers Goldjagd ist gescheitert!

Sieger und weiterhin wXw Unified World Wrestling Champion: Marius Al-Ani (via Stipulation nach 16:24 Minuten)

Vor Andy Jacksons Mikrofon betont der geladene Titelträger, dass ihm das Teilnehmerfeld des Shortcut to the Top genauso unbekannt wie egal ist. 30 Personen? Diese Anzahl dürfte in etwa der Länge seiner Streak entsprechen, also sei es wahrscheinlich, dass er ohnehin schon jeden einzelnen Teilnehmer besiegt habe.

Statements zum Shortcut-Match, Part II: Ender Kara ist kein Fan von Abkürzungen, wird sich eine Gelegenheit aber nicht entgehen lassen, wenn sie sich präsentiert. Der verschollene Hektor Invictus hat sich per Facebook gemeldet, was Dennis Dullnigs Puls in ungesunde Höhen treibt. Der Schweizer freut sich auf die Wiedervereinigung im Main Event, bei dem 28 Wrestler durch die Pforten der Hölle geschickt werden sollen! Norman Harras versprüht nicht ganz so viel Elan, redet sich im Laufe seines Monologs aber immer überzeugter ein, dass er heute den Shortcut klarmacht.  

Shortcut to the Top
30 Person Over the Top Rope Elimination Match
Sieger*in challenged den wXw Unified World Wrestling Champion bei 20th Anniversary

30 Athleten, zwei beginnen, alle 90 Sekunden gesellt sich eine per Los bestimmte Person hinzu. Eliminations erfolgen über das Top Rope; beide Beine müssen draußen den Boden berühren. Alles klar? Dann los!

Wie während der letzten We Love Wrestling-Veranstaltung bestimmt, betritt Bobby Gunns (Teilnehmer #1) den Ring zuerst, wo ihm eine außerweltliche Erfahrung blüht: Der Prinz der Sterne lässt sich zu uns nieder, umgeben von kosmischen Kräften begibt sich Levaniel (#2) zum Seilgeviert. Er stellt sich Gunns vor und unterstreicht seine Ambition, nicht zuletzt hat er die letzte Battle Royal der wXw für sich entscheiden. Wagemutig bringt Bobby die Rope-assisted Armbar, kann Levaniel bis zum Eintreffen von Peter Tihanyi (#3) aber nicht nach draußen bugsieren. Der tadellos definierte Highflyer hält Gunns gut in Schach, der Ex-Kettenraucher erwehrt sich einem gemeinschaftlichen Eliminationversuch seiner Gegner aber bis zum Auftritt von Fast Time Moodo (#4).

Es gibt Gratis-Kicks für alle, die Geschwindigkeit zieht an – da lässt sich Leon van Gasteren (#5) nicht zweimal bitten und legt Stunner für die versammelte Runde obendrauf. Zumindest fast: Der früher als „Young Stunner“ bekannte Bobby Gunns legt Einspruch in Form eines T-Bone Suplex ein und bemüht sich weiter redlich, den immer volleren Ring von Menschen zu befreien. Stattdessen fliegt Aigle Blanc (#6) heran und nimmt Peter Tihanyi ins Visier, während Levaniel Moodo beinahe übers Seil drückt.

Mit Tiny Tim Stübing (#7) ist Leon van Gasterens treuer Schüler helfend zur Stelle, er und Moodo traden Crane Kicks  und harte Schläge, bis allen Ernstes die Musik von Tristan Archer (#8) ertönt: Nur wenige Minuten nach seiner in allen Belangen schmerzhaften Niederlage humpelt die French Revolution zum Ring, um eine weitere Chance zu erstreiten! Er verleiht dem sprichwörtlichen „one legged man at an asskicking contest“ eine allzu greifbare Bedeutung und kann den Decapité gegen seinen Landsmann Aigle Blanc beim besten Willen nicht durchziehen, mit einer Lariat aus den Untiefen der Bastille lässt er seine Welt dennoch Kopf stehen.

Iva Kolasky (#9) ist die erste Teilnehmerin und macht unmittelbar deutlich, dass die Herren dadurch dennoch mit einer Bedrohung zu rechnen haben: Ein schwungvoller DDT nagelt Aigle Blanc in die Matte, ehe sie Fast Time Moodo in Verlegenheit bringt und sich anschließend mit Mit-Ungar Peter Tihanyi zusammenrauft. Als dieser eine Springboard-Aktion zeigen will, ist Kampfkünstler Moodo jedoch mit einem Kick zur Stelle, der die erste Elimination zur Folge hat. Mit Tayra Gates (#10) wird der Testosteronspiegel im Ring weiter gesenkt. Unweigerlich gerät die Newcomerin mit Iva Kolasky ins Duell, das sie aufs Apron... und ziemlich zügig wieder nach draußen führt. Kolasky wächst mit ihren Aufgaben und widmet sich, kein Scherz, dem völlig ausgelaugten Tristan Archer, während Dennis „Cash“ Dullnig (#11) vom Hektor-Hype beflügelt zum Ring eilt und aufgeputscht Schläge an alles, was sich bewegt, verteilt.   

Während Aigle Blanc tapfer gegen eine Zweckgemeinschaft aus Gunns und Dullnig besteht, begibt sich Nicky Foxley (#12) zum Ring und findet dort kaum noch genügend Platz, um Iva Kolasky per Facebuster auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Tiny Tim Stübing will den einmarschierenden Vincent Heisenberg (#13) mit dem Crane Kick begrüßen, dieser choket ihn jedoch förmlich nach draußen und macht hier nicht Halt: Nicky Foxley, der – völlig verständlich – von Heisenbergs Lachen irritierte Tristan Archer und Aigle Blanc fallen dem Hamburger zum Opfer. Aber erinnert Ihr Euch eigentlich noch an Heisenbergs beiläufige Erwähnung, wen er am liebsten in die Finger kriegen würde?

Feyyaz Aguila (#14) beweist entweder Mut oder Lebensmüdigkeit, indem er die Höhle des Hünen aus freien Stücken betritt. Heisenberg nimmt seinen ganz persönlichen Sündenbock zur Kenntnis, als sich plötzlich die gesammelt Meute auf ihn stürzt und mit vereinten Kräften eliminiert! Referee Markus Weiss redet beschwichtigend auf den umso aufgebrachteren Riesen ein, neben dem die von Dennis Dullnig brutal (r)ausgebootete Iva Kolasky auf dem Boden einschlägt. Mit Nikita Charisma (#15) kennen wir das halbe Teilnehmerfeld, doch das junge Schlitzohr diskutiert lieber mit den Offiziellen, statt den Ring zu betreten und geht in einen Sitzstreik über, bis Michael Schenkenberg (#16) eintrifft...

Rott & Flott räumen auf und lassen sowohl Feyyaz Aguila als auch Levaniel nach Double Team-Manövern ausscheiden, während sich Dennis Dullnig und Fast Time Moodo auf dem Apron bekriegen. Der heranrauschende Robert Dreissker (#17) erkennt seine Chance und schickt sie beide in den Backstagebereich. Aus diesem stürmt als nächstes Jurn Simmons (#18) heran! Der Rückkehrer stellt sich allen Gegnern höflich per Clothesline vor, eliminiert Leon van Gasteren nach einem Spinebuster und bekommt es mit dem frischen Paris (#19) zu tun. Dessen Versuch, Jurn nach draußen zu suplexen, endet dank eines Schenkenberg-Kicks allerdings mit der Blitzeliminierung von Athen's Finest. Dankbarkeit? Keine Spur: Auf das Angebot von Rott & Flott, zu dritt zusammenzuarbeiten, antwortet Jurn Simmons mit der doppelten Clothesline und dem vorzeitigen Feierabend für Charisma und Schenkenberg.

Mit der #20 mischt sich Dover unter die Powerhouses und bodyslamt Jurn Simmons mal eben, ehe es zum überraschend frühen Wiedersehen mit dem Coach kommt. Auch Timo Theiss (#21) gibt sich nach langer Abstinenz wieder die Ehre im wXw-Ring und bekundet, der Big Guy zu sein... um von Robert Dreissker, Dover, Jurn Simmons und Bobby Gunns umzingelt zu werden. Die Veteranen ermitteln, wer Theiss am schönsten slamt, bis sich zu allem Überfluss auch noch Mike Schwarz (#22) hinzugesellt! Statt in den inoffiziellen Contest einzusteigen, rackert sich der Vorjahressieger an Bobby Gunns ab, dem er die wXw Unified World Wrestling Championship seinerzeit nicht abknöpfen konnte.

Die sagenumwobene #23 gehört Gulyas Junior, womit Gunns gerade der einzige Mann im Ring ist, der nicht auf irgendeine Art und Weise kolossal wirkt. Im Duell mit Mike Schwarz zieht Timo Theiss den Kürzeren; Alpha Kevin (#24) hingegen läuft von einem aussichtsreichen Startplatz ein und vereint die Prügelbrüder wieder! Gulyas kassiert Endlos-Chops, bevor es im Team gegen Gunns geht. Mit dem Entrance von Icarus (#25) sind auch die Arrows of Hungary komplett, beide Duos geraten unmittelbar aneinander – ein Vorzeichen für kommende Titelkämpfe? Eine Frage, mit der sich Gulyas Junior nach einer Dreissker-Clothesline erstmal nicht mehr befassen muss.  

Apropos Titelträger: Mit Prince Ahura (#26) ist nun ein weiterer vor Ort, wie der mitgebrachte und munter gegen das restliche Teilnehmerfeld eingesetzte Gürtel des wXw Shotgun Champions beweist. In Kombination mit einem Kick bringt er sogar Mike Schwarz entscheidend aus dem Konzept, der Malocher macht den zweiten Sieg in Folge heute also nicht dingfest. Senza Volto (#27) kann über Whip-Ins mit Elimination-Absicht nur müde lächeln und behauptet sich insbesondere durch Springboard Handspring-Aktionen, seine Vorarbeit gegen Alpha Kevin staubt Bobby Gunns jedoch ab.

Im Chaos von Norman Harras' (#28) Auftritt werden beide Arrows of Hungary aus dem Match geworfen, nachdem Harras Ahura unter dem unteren Ringseil nach draußen gezogen und so aus der Bredouille gerettet hat. Gemeinsam mit Bobby Gunns scheinen die drei alte Kooperationen wieder aufleben lassen zu wollen... doch Ahura hat eine eigene Agenda und schickt Norman ins Contenderfeld um die kürzeste Shortcut-Teilnahme! Bobby ist nicht begeistert und wirft den wXw Shotgun-Champion kurzerhand hinterher. 

Ender Kara (#29) gebührt der vorletzte Einmarsch des Abends; mit seiner Geschwindigkeit  wirbelt er das ausgezehrte Feld ordentlich durch. Die begehrte letzte Startnummer sicherte sich bekanntlich Michael Knight (#30), der sich schnurstracks Bobby Gunns widmet, Ender Kara quasi im Vorbeigehen rauswirft und zurück in den Apron-Zweikampf mit seinem derzeit ärgsten Konkurrenten geht. Knight will Bobby (und mutmaßlich sich selbst) mit einem German Suplex eliminieren, nach einem Kuss des Ringpfostens ist es allerdings das German Highlight, das sich schon wieder verabschiedet! Damit sind Bobby Gunns, Jurn Simmons, Senza Volto und Robert Dreissker die Final Four.

Ein Spear von Simmons und ein Stunner von Senza Volto klopfen den Coach weich genug für den Rausschmiss, doch gegen die Finesse von Bobby Gunns ist der Franzose nicht gewappnet – immer wieder landet er im Sleeperhold und ist nach einem German Suplex derart wackelig auf den Beinen, das Gunns das Match zum Zweikampf reduziert. Er packt die gleiche Kombination aus Sleeper und Suplex gegen Simmons aus, was den Niederländer lediglich zu einem krachenden Gegenschlag veranlasst; nach einer Gorilla Press zeigt Jurn eine Moonsault aus dem Stand! Bobby kickt und choppt nach Leibeskräften, Simmons' Finger bearbeitet er einzeln, doch mit Spear und Piledriver führt dieser schließlich die Entscheidung bei – Bobby Gunns fehlt nach bald einer Stunde Matchdauer die Kraft, um den Wurf übers Seil noch länger zu verhindern. Das Comeback des Abends endet mit dem Griff nach Gold!

Sieger: Jurn Simmons (nach 53:54 Minuten)

Damit trifft Jurn Simmons beim wXw 20th Anniversary (07. August live in Oberhausen / ab 20. August auf wXwNOW.com) auf wXw Unified World Wrestling Champion Marius Al-Ani! 

SEI LIVE DABEI:
wXw 20th Anniversary
07. August 2021
Congress Centrum Oberhausen
Tickets gibt es HIER


Text: Marc Graf ( http://www.misthios.de)


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