Der Report: wXw We Love Wrestling 18

Bruder gegen Bruder

23. Juli 2021
Oberhausen
Kommentatoren: Christian Bischof, Andy Jackson

Auf den heutigen We Love Wrestling Event folgt mit wXw Shortcut to the Top kommenden Freitag auf wXwNOW.com das aberwitzige 30-Personen-Spektakel samt aufregender Restcard, ehe es am 07. August allen Ernstes passiert – vor bis zu 700 in Fleisch und Blut anwesenden Zuschauern feiern wir wXw 20th Anniversary endlich gebührend nach!

Aber eines nach dem anderen. Zunächst wollen die vielbeschworenen Weichen gestellt werden: Wer gewinnt die begehrte Startnummer 30 im Shortcut-Match für sich? Wen ereilt im Gegenzug das Unglück der Nummer 1? Und wie steht es eigentlich um die Verteidigung der wXw Unified World Wrestling Championship beim Marquee Event? Fragen, auf die wir nach zwei Stunden Showtime (auf wXwNOW.com) oder 3130 in die Tastatur gehackten Wörtern wohlverdiente Antworten haben werden.

Mit gebührendem Sicherheitsabstand befragt Andy Jackson den in Begleitung von Baby Allison erschienenen Vincent Heisenberg. Seit letzter Woche hat sich wenig bei ihm geändert: Durch ein besessenes Grinsen gibt er zu verstehen, dass er Feyyaz Aguila – in seinen Augen hauptverantwortlich für den Verlust seiner Haarpracht – in die Finger kriegen will. Das wird er wiederholen, bis besagter Feyyaz winselnd vor ihm liegt! 

Singles Match
Ender Kara vs. Vincent Heisenberg 

Nachdem sich der vielseitig mit Ender Kara verstrickte Paris letzte Woche bereits erfolglos gegen Vincent Heisenberg versucht hat, nimmt der Turkish Assassin den weiterhin offenen Auftrag an. In Gefahr wähnt sich seine Zielperson deswegen nicht: Heisenberg blockt alle Offensivversuche durch Ender Kara weitgehend unbeeindruckt ab und testet stattdessen lieber aus, wie hoch er den Highflyer eigentlich werfen kann.

Ender Karas ganze Körpersprache schreit „Ich habe einen großen Fehler gemacht“, doch ehrfürchtige Blicke und Ringseile können ihn nicht retten: Unter beunruhigendem Gackern drückt Heisenberg seinen Gegner per Military Press über den Kopf und wuchtet ihn aus dieser dramatisch erhöhten Position mit seinem Powerslam auf die Matte. 

Sieger: Vincent Heisenberg (via Pinfall nach 01:32 Minuten)

Zurück im Backstagebereich enthüllt Vincent Heisenberg endlich, wen er wirklich in die Finger kriegen will. Es ist Feyyaz! Ehe sich seine Schallplatte ein weiteres Mal wiederholen kann, erklärt ihm der herbeieilende Robert Dreissker den Status Quo: Feyyaz Aguila ist Mitarbeiter und Student der wXw Wrestling Academy, aber kein Mitglied des Rosters. Er zeigt sowohl für Heisenbergs Wut als auch Feyyaz' ausgehende Beweggründe Verständnis, bittet den Hamburger Hünen aber eindringlich, sich nicht an seinem Schüler auszulassen. Diese Strafe der wXw solle er lieber nicht riskierien. Erwartungsgemäß unzufrieden mit dieser Ansage kündigt der völlig von seiner neuen Frisur traumatisierte Heisenberg an, jeden kurz und klein zu machen – und zwar, bis dem Office keine andere Wahl mehr bleibt, als seinem Willen nachzukommen.  

Earlier today dient Andy Jackson den kaum weniger glücklichen Rott & Flott als Ventil. Michael Schenkenberg beklagt, dass die regelmäßige Betonung ihres Tag Team-Fokus scheinbar völlig in den Wind gesprochen ist, schließlich muss er heute abermals in einem Singles Match antreten. Gegen Levaniel wollen er und sein Partner Nikita Charisma nichtsdestotrotz beweisen, dass sie als Team kämpfen...

Transzendentale Klänge erfüllen Steffys Nightclub und kündigen Levaniel an, der sich Ringannouncer Frank Fehrmanns Arbeitswerkzeug höflich leiht und seine Kinder der Sterne adressiert. Ungeachtet der jüngsten Rückschläge will Levaniel seine Ruhe bewahren, wie bei einer gefühlten Meditation durchs Leben, okay? "Der Große“ von "Flott & Rott“ könne gern "seinen Sohn" mitbringen; ganz egal, davon will sich der Prinz der Sterne nicht ablenken lassen und "richtig schön traditionell abwrestlen“.

Singles Match
Levaniel vs. Michael Schenkenberg

Ein wenig widerwilliger Respekt lässt sich in Michael Schenkenbergs Mine erkennen, als Levaniel beim anfänglichen Lock-Up nicht nur mithält, sondern die erste Aktion des Matches daraus zieht. Ob stehend oder auf der Matte: Der Prinz der Sterne scheut den direkten Vergleich keinesfalls und versucht mit Full Nelsons oder Headlocks, den größeren Gegner kräftetechnisch zu übertrumpfen. Schenkenberg zieht sich zu Nikita Charisma zurück und lässt sich strategische Tipps von seinem Partner geben.

Mutmaßlich ging es im Gespräch um Levaniels linken Arm, der anschließend Opfer verschiedener Holds und Knee Drops wird. Ein Butterfly Suplex hilft Levaniel nur, bis ihn ein Sit-Out Facebuster abermals auf den Boden der Tatsachen holt und Michael Schenkenbergs bestimmende Phase fortsetzt; perfekt symbolisiert durch einen langen Bearhug.

Mit European Uppercuts, dem Spinning Wheel Kick und einem Dropkick gegen die Schläfe besinnt sich Levaniel auf bewährte Mittel und erreicht einen Two Count, doch seiner Ankündigung vor dem Match kann der Prinz nicht Folge leisten: Nikita Charisma lenkt seine Aufmerksamkeit mit wenigen Worten auf sich und verschafft seinem Partner dadurch eine Verschnaufpause, die dieser für einen Einrolle nutzt – Levaniel ist jedoch auf Zack, kontert und schickt Schenkenberg mit der Discus Lariat in ausgestreckte Horizontallage! Trotzdem nur der Two Count.

Charisma sorgt durch bloße Beharrlichkeit für Risse im Fokus von Levaniel, der sich nach anfänglicher Ignoranz doch noch einmal aus der Fassung bringen lässt. Erneut will er den Dropkick gegen die Schläfe durchbringen, doch Schenkenberg erinnert sich, weicht aus und reißt den Prinz der Sterne mit einer Art Dominator aus dem Double Underhook-Ansatz aus seiner Umlaufbahn!

Sieger: Michael Schenkenberg (via Pinfall nach 08:57 Minuten)

Andy Jackson erlebt einen aufgebrachten Levaniel, der soeben seine vierte Niederlage in Folge einfahren musste. Selbstkritisch sieht er ein, dass er seinen guten Vorsatz nicht in die Tat umsetzen konnte und den zu erwartenden Ablenkungsmanövern auf den Leim gegangen ist. Nichtsdestotrotz erkennt er ein grundsätzliches Problem im Professional Wrestling – schließlich würden Akteure im Fußball oder Handball auch nicht ihre Frau oder eben ihren Sohn mit an den Spielfeldrand schleppen.

Da sich Levaniel durch Nikita an seine Karriereanfänge „mit elf oder zwölf Jahren“ erinnert fühlt, spricht der Prinz der Sterne kurzerhand eine Herausforderung zum Singles Match aus; gern in Begleitung von Michael Schenkenberg. Noch einmal will sich Levaniel dabei nicht um seine Konzentration bringen lassen!

Toughe Frau, toughe Frage: Earlier today bittet Andy Jackson die aufstrebende Delia um einen Kommentar zu ihrem bisher mäßig erfolgreichen wXw-Einstand. Die Französin spekuliert, dass sie bislang schlichtweg zu nett war und stellt in Aussicht, von nun an andere Saiten aufzuziehen. Mit Iva Kolasky steht ihr heute eine bislang erfolgreichere Newcomerin gegenüber, doch Delia will ihre Schwäche ausfindig machen und so ihren ersten wXw-Triumph sichern.

Die von zwei Siegen beflügelte Ungarin wiederum steht Dan Mallmann vor dem Match gegenüber und blickt auf ihre Geschichte zurück: Im Dojo von Budapest ist sie bei keinen Geringeren als Icarus und Dover, den Arrows of Hungary, in die Lehre gegangen. Nun will sie als Hungarian Angel zeigen, was ihr vermittelt wurde – Delia hat sie lediglich zu sagen, dass sie sich einzig und allein um ihren dritten Sieg schert.

Singles Match
Delia vs. Iva Kolasky

Kraftprobe, Headlock, Wristlock, Whip-In: Die Damen beginnen ihr erstes Duell mit einer klassischen Abtastphase, in der Iva Kolasky durch ihren Größenvorteil etwas besser aussieht. Auch im Akrobatikduell will die Ungarin ganz offensichtlich nicht in den Schatten gestellt werden, denn als Delia einer Attacke per Radschlag ausweicht, macht es ihr Iva kurz darauf in einer handfreien Variante nach! Ein Cross Body vom zweiten Seil endet allerdings in einer Bruchlandung, die Delia mit einem schönen, aber erfolglosen Einroller für sich nutzen möchte.

Auch Kolaskys Spagat-Evasions bringen ihr heute wenig Glück und werden mehrfach von Delia durchschaut, die offensichtlich Recherche betrieben hat. Und zu verstehen gibt, wie ihr vor dem Match vage angedeuteter Gameplan aussehen könnte: Aktionen gegen die Arme haben das Ende von Kolaskys vielseitig einsetzbaren Handspring-Manövern zum Ziel; aus den Rings of Saturn rettet sie sich mit einiger Mühe ins Seil.

Durch eine ansehnliche Kombination aus Swinging Neckbreaker und Neckhold am Boden bricht Delia ein kurzzeitiges Aufbäumen ihrer Gegnerin, gerät durch den erst in letzter Sekunde gelösten Griff aber in eine Diskussion mit Referee Markus Weiss. Dieser Moment der Unachtsamkeit ebnet einem Kick von Kolasky freie Bahn! Schwer getroffen geht Delia vor dem Turnbuckle zu Boden und wird vom Hungarian Angel mit der Moonsault kalt erwischt. 

Siegerin: Iva Kolasky (via Pinfall nach 04:53 Minuten)

Die leider nicht von unserem heutigen Sponsor For Everybody eingekleideten wXw World Tag Team Champions, Robert Dreissker und Anil Marik, blicken im Backstagebereich auf das Rookiejahr Mariks zurück. Der Shootingstar strahlt zufrieden, wenn er an seine History mit dem Head Coach der wXw Wrestling Academy denkt und findet, dass seine ersten zwölf Monate nicht besser hätten laufen können. 

Gegenwart und Zukunft prägen jedoch die Arrows of Hungary, die 1# Contenders auf das Teamgold sind und Dreissker zufolge verändert und fokussierter auftreten – die Gefahr wird zweifelsohne ernstgenommen. Auf der anderen Seite erinnert Dreissker an all die Tag Teams, die er und Marik entgegen aller Erwartungen bereits geschlagen haben; die Arrows inklusive, ganz einfach, weil die beiden an sich glauben! Der Coach ist in Fahrt und fordert das A-Game der beiden Ungarn, wenn sie am kommenden Freitag einmal mehr eine Chance auf die wXw World Tag Team Championship erhalten.

Der Axeman schnürt die Stiefel: Trailer für wXw 20th Anniversary samt Rückkehrer Axel Tischer!

Rückblick auf die letzte Woche, als Dennis „Cash“ Dullnig auf der Suche nach einem Tag-Team-Partner eine eiskalte Abfuhr von Fast Time Moodo kassierte. Dadurch brachte er die Neuauflage dieses Aufeinandertreffens in Gang, das nach wXw We Love Wrestling 13 von den Fans zum Match of the Night gekürt worden ist. Gegenüber Dan Mallmann gibt der wie gewohnt in Hektor Invictus' Weste gehüllte Dennis zu, dass sein Annäherungsversuch ein Fehler war. Moodo kündigt er mit Verweis auf Wind, Saat und Sturm an, dass ihn die unfreundliche Art der Absage heute teuer zu stehen kommen wird... 

Singles Match
Fast Time Moodo vs. Dennis „Cash" Dullnig

Fast Time Moodo und Dennis Dullnig unterlaufen gängige Erwartungen, indem sie sich über Minuten hinweg eben keinen dynamischen Schlagabtausch in schwindelerregender Geschwindigkeit liefern: Mit wechselndem Vorteil traden beide vor allem Griffe, die weniger der Aufgabe und vielmehr dem Etablieren von Kontrolle dienen; die aber auch die Karten des anderen aufdecken sollen – immerhin wissen sich sowohl der Kampfkünstler als auch der Schweizer immer wieder mit flinken Kontern aus ihrer Lage zu befreien.

Eine gelöste Handbremse bringt Moodo mehr als seinem Gegner, der wuchtige Kicks gegen die Brust einsteckt und dadurch nur gereizter scheint: Beim Cover entfesselt er mehrfach das berüchtigte Kettensägenmassaker mit dem Unterarm über Moodos Gesicht, der Dennis wiederum mit einem laut klatschenden Tritt in die Kniekehle von den Beinen fegt und die vielen, bestrafenden Kicks im Nachgang regelrecht genießen muss.

Nachdem sich beide Kontrahenten erfolglos mit Clotheslines fällen wollen, überrascht Dennis den eigentlichen Kampfkünstler mit einem Bilderbuch-Tornado-Kick. Ein vor Erschöpfung im Knien ausgetragenes Duell voller Schläge und Elbows entbrennt, das Dullnig ungeniert um Kopfstöße ergänzt. Zurück im Stehen will Dennis den Sack mit seinem Hektor-Knee und dem Gutwrench Piledriver luftdicht versiegeln, doch Moodo kann den Black Belt Kick genauso wenig durchbringen und reißt sich samt Gegner stattdessen über das Top Rope nach draußen. Wie wild prügelt er auf den wehrhaften Dullnig ein und kümmert sich nicht um den voranschreitenden Count des Referees, der ungestört bis Zehn durchgeht!

Resultat: Unentschieden (via Count Out nach 13:18 Minuten)

Fast Time Moodo hat jedes Interesse am offiziellen Matchausgang längst verloren und lässt seiner Wut freien Lauf. Er und Dullnig brawlen und würgen sich, bis Referee Tassilo Jung die beiden Streithähne unter größtem Einsatz voneinander fernhält. Der unerschütterliche Andy Jackson macht sich dennoch auf ins Krisengebiet und befragt den vor Ärger schnaubenden Moodo bezüglich seines untypischen Auftritts, der nicht wirklich viel Martial-Arts-Spirit versprühe. Moodo gibt ihm zu verstehen, dass ihn sowohl die Anfrage Dullnigs als auch dessen ständige Sticheleien dazu bewogen haben, heute vor allem einen persönlichen Standpunkt – und nicht zuletzt auch die Tugenden, nach denen er lebt – zu verteidigen. 

Icarus und Dover lassen ihren langjährigen Werdegang in einem ausführlichen Video Revue passieren; von ihrem Mentor Gabriel Angelfyre über Tommy End, der sie zum Profi geformt hat bis hin zum ersten Match in einem wXw-Ring – ein gnadenloser Squash in Prag durch Absolute Andy und John Klinger. Das negative Echo auf ihre damalige Performance hat beiden seinerzeit aufgezeigt, dass der innere Antrieb zwar wichtig, aber eben auch nicht alles ist, weswegen sie ihr Handwerk in der wXw Wrestling Academy verfeinern ließen.

Seitdem ist ihnen die wXw World Tag Team Championship teils haarscharf durch die Lappen gegangen, da ihnen stets „etwas“ gefehlt hat. Icarus und Dover sind guter Dinge, „es“ nun gefunden zu haben. Es gehe nicht darum, dass man nach Rückschlägen wieder aufsteht, denn das tue man ohnehin immer wieder, irgendwann. Entscheidend sei, in welcher Verfassung man wieder aufsteht – das macht Icarus zufolge einen echten Wrestler aus. Eindringliche Worte der ungarischen Titelaspiranten!

Hinter den Kulissen von Steffys Nightclub hat sich Bobby Gunns earlier today zum Interview eingefunden. Heute tritt er gegen Michael Knight um die Startnummer 30 im namensgebenden Hauptmatch bei wXw Shortcut to the Top an. Doch nicht nur das: Dem Verlierer des Singles Matches gebührt die fragwürdige Ehre, einen der ersten beiden Slots zu füllen. High Stakes, wegen denen Bobby diesmal weit weniger respektvoll über seinen Gegner spricht – Papa muss gucken, wo er bleibt und beklagt, dass ihm die #30 nicht einfach aufgrund seines bereits bei wXw FAN errungenen Sieges über Knight zugesprochen wird. Der wiederum wird vor dem Match von Dan Mallmann abgefangen. Knight erklärt, eine Schwachstelle in Bobbys Schild ausgemacht zu haben und unterstreicht, was das heutige Match für ihn bedeutet: Eine Chance, sich endlich in den Main Event der wXw zu wrestlen.  

Singles Match
Sieger startet als #30 / Verlierer als #1 ins Shortcut to the Top Match
Bobby Gunns vs. Michael Knight

So sieht klassisches Catchen aus, wenn die Wrestlingschule nur noch eine entfernte Erinnerung ist: Bobby Gunns und Michael Knight erfüllen ihre (B)ringschuld und werfen all ihre Erfahrung in die Waagschale, um den teils faszinierend flüssigen Offensivbewegungen ihres Gegners auf ebenso elegante Weise wieder zu entgehen. Es dauert Minuten, bis schlagkräftige Argumente eine gewichtigere Rolle einnehmen: Bobby deckt Michael mit European Uppercuts ein, findet sich nach einem Monkey Flip und einem Dropkick in den Rücken allerdings in einem kreativen Aufgabegriff wieder, den Michael Knight nach einem Russian Leg Sweep-Ansatz aus dem Hut zaubert – nur ein fieser Finger in die Augen des German Highlight rettet den Ex-Kettenraucher.

In mehr als einer Beziehung will Knight demonstrieren, dass er Gunns' Stärken ebenso gut beherrscht. Nicht nur zwingt er ihn kurze Zeit später erneut in einen seilunterstützten Hold, er löst diesen darüber hinaus erst in letzter Sekunde und gibt Gunns so zu verstehen, dass er keineswegs fest an einen ehrenwerten Kodex gebunden ist. Per Gutbuster und Sliced Bread 2 macht er ihm das Leben schwer, hält ihn allerdings auch nur für den Two Count auf der Matte. Gunns wiederum kommt trotz Sleeperhold mit piranha-gleicher Verbissenheit, anschließendem Penalty Kick und einem Superplex ebenfalls nicht zur Entscheidung. Beide wollen die #30, dringend!

Deshalb greift Bobby zum Ansatz für seine gefürchtete Armbar, der ihm schon im ersten Aufeinandertreffen den Submission-Sieg gebracht hat. Michael Knight riecht den Braten aber, hakt seine Hände fest ineinander und verhindert so nicht nur die Durchführung des Finishers... er rollt Bobby Gunns aus dieser Position kurzerhand auf die Schultern und hält ihn bis Drei dort!  

Sieger: Michael Knight (via Pinfall nach 12:10 Minuten)

Vor Andy Jackson bezeichnet Michael Knight seinen Gegner als Top-Athleten mit komischer Einstellung und freut sich sichtlich ausgelaugt, dass er sich durch diesen hart erkämpften Sieg ins potentielle Siegefeld des Shortcut to the Top katapultieren konnte.

Ein Trailer weist noch einmal darauf hin, dass es bereits Freitag auf www.wXwNOW.com soweit ist!

Dan Mallmann verkündet, dass es beim Marquee Event zum Rematch von wXw FAN kommt: Marius Al-Ani muss die wXw Unified World Wrestling Championship einmal mehr gegen Tristan Archer aufs Spiel setzen. Um ein streitbares Finish mit falsch gezähltem Pinfall von vornherein auszuschließen, wird es sich dabei um ein Submission Match handeln – der Titel wechselt also lediglich im Falle einer erzwungenen Aufgabe den Besitzer; darüber hinaus stehen jedem Athleten lediglich drei rettende Rope Breaks zur Verfügung. 

Unnötig zu erwähnen, dass Champion und Contender eine Meinung dazu haben: Tristan Archer schließt eine eigene Unterwerfung kategorisch aus und bürdet Al-Ani auf, dass er ihn wird töten müssen, um sein Gold zu verteidigen. Der Titelträger attestiert Tristan ein angeknackstes Ego aufgrund seiner zu hochgesteckten Ambitionen und fragt sich, ob die French Revolution überhaupt über das nötige Move-Arsenal verfügt... ganz im Gegensatz zum Submission-Sensei, versteht sich, der laut Eigeneinschätzung sogar über Dean-Malenko-Level agiert und gezählt haben will, dass Archer drei Rope Breaks im Hinmatch allein innerhalb der ersten zwei Minuten verbraucht hat. Er will Archer ein paar Gelenke zeigen, von denen er noch gar nichts weiß und ihn – so geht Charme bei Al-Ani - zum Pflegefall machen!

Kain gegen Abel, Liam gegen Noel, Mufasa gegen Scar, Solid gegen Liquid: Wenig ist dramatischer als ein Kampf zwischen Brüdern. In unserem Main Event reihen sich Maggot und Prince Ahura ein, wenn letzterer seine wXw Shotgun Championship gegen seinen per Los bestimmten Ex-Tag-Team-Partner verteidigt. Maggot jedenfalls hat „Richtig Bock, dem Esel ein paar zu klatschen“ und fiebert dem Gipfeltreffen der Frankfurter spürbar entgegen.

wXw Shotgun Championship Match
Prince Ahura (c) vs. Maggot

Maggot schickt seine Eskorte noch beim Entrance zurück in die Katakomben und stellt sich seinem Bruder ganz allein. Küsschen links, Küsschen rechts, eine gemeinsame Erinnerung an die Pretty-Bastards-Ära – beste Voraussetzungen für waschechte Bruderkeile, die es zunächst in Form wüster Headlocks und Mounting-Versuche am Boden zu sehen gibt. Im Stehen zeigt ständiger Augenkontakt zwischen Ahura und Maggot, dass ein Bruder bemüht versucht, die Aktionen des jeweils anderen vorauszuahnen.

Wie wenig Berührungsangst zwischen Geschwistern doch bestehen kann, kriegt Ahura zu spüren, als Maggot ihm in Bedrängnis ungeniert in den Fuß beißt und Grundlagen für eine starke Phase legt. Eine Lou-Thesz-Press mit steinkalten Schlägen und ein strenger Saito Suplex verdeutlichen, dass er definitiv nicht nur aus Spaß an der Freude antritt. Lustig ist es trotzdem, als seine erste Klage nach einem harten Sharpshooter seitens Ahura einen alten Bruder-Klassiker betrifft: „Du hast meine Unterhose runtergezogen, Mann!“

Überaus motivierte Kicks treiben Maggot zunehmend in die Enge, bis er sich mit einer Serie an Spears noch einmal über Wasser zieht und seinem Bruder die Luft per Guillotine Choke abschnürt; mutmaßlich stets die heruntertickende Uhr im Hinterkopf. Kurz vor der Bewusstlosigkeit mobilisiert Ahura alles und bricht Maggot aus der Suplex-Position wortwörtlich übers Knie, ein brutaler Befreiungsschlag! 

Nachdem Ahura dennoch einen Cutter kassiert, rollt er sich geistesgegenwärtig nach draußen und verschafft sich wertvolle Sekunden. Seine eigene Variante bringt ihm keine Minute vor Schluss nur den Two Count, weshalb er zu seinem sadistischen Knockout-Kick ansetzt... und kurz vor knapp nicht durchzieht; er bringt den sprichwörtlichen Todesstoß gegen seinen Bruder nicht übers Herz! Stattdessen steigt er aufs Turnbuckle, um die Entscheidung von dort herbeizuführen, springt aber bloß in einen weiteren Cutter: Maggot kriecht zum Cover, Referee Markus Weiss zählt einmal, zweimal – und die Ringglocke läutet, das 15-minütige Zeitlimit ist erreicht.

Resultat: Unentschieden (via Time Limit nach 15:00 Minuten), deshalb weiterhin wXw Shotgun Champion: Prince Ahura

Ein bisschen Geschrei, ein paar Ohrfeigen, ein Küsschen: Nach dem hochspannenden Match ist die Stimmung geladen, aber unbedenklich; die einstigen Pretty Bastards haben ohne Zweifel einen würdigen Main Event aufs Parkett gelegt und dürfen trotz unklarem Finish zufrieden mit ihrer Leistung sein.

Norman Harras hingegen ist reichlich unentspannt, als er sich nach dem Match zu Ahura und Dan Mallmann gesellt, um die nächste Lotterie zu fordern. Die beiden erklären ihm, dass die wXw Shotgun Championship am kommenden Freitag nicht verteidigt wird und das Losverfahren entsprechend entfällt. Ahura macht Feierabend, Norman eilt vergeblich hinterher – es könnte ein Weilchen dauern, ehe Harras wieder um den Titel antritt.

Wir lesen uns bereits in einer Woche wieder, um die Ereignisse von wXw Shortcut to the Top (ab 30. Juli, 20 Uhr in voller Länge und bewegtem Bild auf wXwNOW.com) zusammenzufassen!


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